Drei Kinder
Auch wenn ich SEHR viele Familien mit drei Kinder kenne und es wohl also nicht sooo selten in Deutschland sein kann, stelle ich bei Ausflügen immer wieder fest (also ich meine, wenn wir ALLE zusammen ausfliegen), dass wir doch irgendwie auffallen und uns die Leute hinterherschauen. Oder liegt das an der äußerst attraktiven, grünbemantelten, gar nicht nach drei Kindern aussehenden Mama mit der neonrosafarbenen Pudelmütze? Vielleicht aber auch nach dem wunderhübschen, sympathischen "Ach haben sie den Zivi dabei?"-Papa (das wurde ich tatsächlich in leichter Abwandlung einmal gefragt), der tapfer zeitweilig zwei Drittel unserer Kinderschar durch die Gegend schleppt (das eine freiwillig, das andere sich mit Händen und Füßen wehrend)? Wer weiß?Festgenagelter Burne-Jones
Mit drei kleinen Kindern kommt man sich ab und zu etwas "festgenagelt" vor. Man wird gefühltermaßen unmobil, sozusagen. Will sagen: Zeitweilig meint man, sich nicht mehr von A nach B bewegen zu können/dürfen, weil das systhemische Auswirkungen haben KÖNNTE. Beispielsweise könnte der Schlafrythmus von Klein-Phileas durcheinander kommen (WELCHER RYTHMUS???), oder aber Mia bekäme nicht genug Auslauf, oder aber es ist einfach anstrengend, an alles zu denken und die letzte Nacht war sowieso nicht so, dass man am darauffolgenden Tag einen Ausflug machen möchte. Es gibt viele Gründe zuhause zu bleiben, wenn man kleine Kinder hat.Um dem Lagerkoller entgegen zu wirken und weil Abenteuer nicht ausschließlich für die Kindheit gebucht werden, ist es allerdings durchaus gesund, ab und zu ein Stückchen Wahnsinn zu wagen.
So wurden heute die Oma, die Fini, die Mia, der Phileas, der Papa und die Mama samt diverser Kuscheltiere ins Auto gepackt und nach Stuttgart verschifft. Edward Burne-Jones stand auf dem Programm. Letzter Ausstellungstag. Unsere Gelegenheit.
2 Stunden hin ("Nach diesem Tunnel sind wir in Stuttgart" hat der tapfere Ninamann wohl drei oder viermal angekündigt, ehe wir tatsächlich in Stuttgart waren...), alle aufs Klo (nur die Windelkinder vergessen, deren Windelinhalt sich allerdings erst auf der Rückfahrt den Weg in die Freiheit bahnte), Tickets gekauft (für den Fall, dass doch noch eine Schlange entsteht) schnell (weil GROSSER Hunger) ins McD zum "Mittagessen" (igitt) und dann zurück (Ninamann mit Mia in der Kraxe und Phileas "unterm Arm" im MaxiCosi) in die Ausstellung. Vorher aber noch auf der Damentoilette Phileas gestillt (Fazit: KEIN guter Platz um zu stillen. Was man in 20 Minuten alles zu hören bekommt. Von den Gerüchen mal ganz zu schweigen...)
Nachdem ich eine Weile lang alleine durch die Ausstellung ging, krähte es auf einmal vor mir im Gewühl "Mama" und schon war ich zu zweit und erklärte meiner Ältesten, was es zu sehen gab. Nach den ersten drei Bildern wurde der Niedrigblutdruckmama klar, dass sie bei den Erklärungen nicht immer auf Augenhöhe mit ihrem Kind gehen sollte (Pädagogische Wertigkeit hin oder her). Dieses Hoch-Runter-Hoch bei schlechter Museumsluft KANN umwerfend sein.
Ninamann samt restlichen Kindern wartete im Foyer. Dann Ablösung, Oma wartet samt Kindern im Foyer, dann Ablösung und Nina wartet. Danach alle nochmal in den Museumsshop (muss sein), angezogen, huckepack genommen und zurück zum Auto. 2 Stunden "Ich seh etwas was Du nicht siehst" und "Wo ist das Häschen?" gespielt und "schwuppsdich" wieder zuhause. Kulturell aufgetankt. All inclusive.
Gesamtfazit: Ab und zu lohnt sich so ein Wahnsinn.
Händchenreibundfreu
Ich sitze gerade an einem Buch für Leser ab 7 oder 8 Jahren. Ungefähr zwanzig Illustrationen, eine witzige Geschichte und ich mache alles digital. Nachdem mein Testflug mit der Prinzessin geklappt hat... Die erste Illustration hab ich eben fertig bekommen und ich kann es nicht wirklich beschreiben, aber, wenn etwas "was wird", dann ist das eine gefühlsmäßige Mischung aus Weihnachten, Geburtstag und Schwerverknalltsein. Jedenfalls bin ich begeistert und sobald das Buch in Druck geht, werde ich mal fragen, ob ich einen Sneakpreview schalten darf.Winternacht
Ich höre seit ein paar Tagen Stings Winter-CD "If on a Winters Night". Wunderschön ist sie geworden. Genau das Richtige für die Season und eine gelungene Mischung aus Winter-, Schnee-, Weihnachts- und Kaminofenstücken. Experimentell, folkig, jazzig, ... einfach Sting. Und zwar so ein Sting, der es sich mittlerweile leisten kann, etwas abstrakter zu werden. Sehr hörenswert.Bei diesem Wetterchen
hab ich mir gedacht, dass so ein Öfchen eine leicht erwärmende Wirkung haben könnte. Hier also ein kleiner Ausschnitt aus unserem Wohnzimmer. Von meinem Schreibtisch aus gesehen. Im Hintergrund der Rücken von einem unserer Sofas. Blitzgezeichnet.Die erste Dame
Mein allererstes Frauenromancover will ich Euch auch nicht vorenthalten. Hier ist es also. Nummer drei gefällt mir aber am besten bisher.Ich weiß nicht, wieso...
...aber vielleicht, weil mich noch nie jemand gefragt hat, ein Frauenromancover zu machen. Hier noch eins.Schnulzromane mag ich nicht
...aber ein Cover zu einem Roman wollte ich schon immer mal machen.Beeindruckend
Die Homepage von www.xeniaschmidt.com habe ich gestern entdeckt, nachdem ich eine Vorschau-Illu von ihr im neuen Eselsohrheft gefunden habe (sie "stiftet" die Illustrationen fürs kommende Eselsohr).Hat mich, die ich gefühlte zwanzigtausend verschiedene Stile im Portfolio versammelt habe, SEHR beeindruckt.
Sie hat etwas ungewöhnliches, wunderbar durchdachtes, wiedererkennbares, farblich faszinierendes,... und vor allem: Ein Stil.
Hab nach einiger Grübelei am Abend jedoch festgestellt, dass ich es einfach "noch" nicht könnte - mich auf einen Stil festlegen. Fast täglich finde ich andere Stile, die ich auch ausprobieren will, die mich faszinieren und vor allem inspirieren...
Blumiger Paintertest
Kurz nach dem Aufstehen, wurde ich heute von oben bis unten bespuckt. Von Junior. Mit halbgegorener Milch. Irgendwie ging das dann so weiter. Als ich mittendrin an einem Spiegel vorbeikam und hinein sah, atmete ich erleichtert auf, dass heute morgen die Post noch nicht da gewesen ist. Manchmal klingeln die nämlich. Ich glaube, unsere Postbotin hätte mich nicht erkannt...So langsam beginnt nun meine Arbeitszeit. Um warm zu werden, hab ich meinen Painter wiedermal ausprobiert. Zuerst mit Tuschfeder vorgezeichnet, dann aquarelliert, dann Pastellkreide und Bleistift drüber und drunter und überallhin. Geht ja alles mit den Ebenen im Painter...
Das ich wirklich Ahnung habe, was ich da gerade mache, würde ich nicht behaupten :-)
Das Wochenrätsel
Etwas einfacher. Miarisch: "Kinzerkinzer". Was ist das? Die Lösung in zwei Tagen - Mittwoch Abend. Wer gewinnt, dem winkt wahlweise das Buch "Du bist eine Prinzessin" oder "Die Inselpiraten". Das ist doch mal was, hm?! ;-)Viel Spass beim Raten.
Der oder die Gewinner(in) mailen mir bitte dann ihre Postadresse. Virtuell könnt ich die Bücher auch verschicken. Aber bei Büchern hat man doch lieber was in der Hand :-)
Auseinandersetzung
In den letzten Jahren setze ich mich viel mit Animation und Stop-Motion auseinander. Ohne, dass ich tatsächlich einen Film mache. Es lohnt sich, nicht nur im eigenen Fach den Horizont zu erweitern. Vieles, was für den Film wichtig ist - beispielsweise das Storyboard - ist auch für das Kinderbuch nicht verkehrt.Als Kind habe ich immer davon geträumt, einmal zu Disney zu gehen oder (neuerdings) zu Pixar. Mittlerweile habe ich jedoch herausgefunden, das ich statt dessen Illustratorin geworden bin, weil ich beim Betrachten Zeit brauche und haben will. Ich tauche gerne in Bilder ein. Wie bei Mary Poppins auf dem Spaziergang, als sie in die Straßenbilder springen.
Bewegte Bilder jedoch sind mir zu schnell. Auch, wenn so ein "langsamer" Film wie das Dschungelbuch ist.
Illustratorisches Nähkästchen
Ich habe gerade ein Projekt, das in Hamburg spielt. In einem Hinterhof. Wie ich soetwas anfange, nachdem ich den Text gelesen habe?Ich suche mir jede Menge Referenzmaterial zusammen. Sprich Fotos von Häusern, Hinterhöfen, Hamburg, Bildbände, Geschichtsbücher etc. etc. etc. Dann versuche ich zu visualisieren, wie das Gebiet, in dem die Geschichte spielt ungefähr aussieht. Ich mache eine Landkarte/einen Grundriss sozusagen. Welche Farbe die Häuser haben, wo die Bäume im Hinterhof stehen, wie die Mülltonnen angemalt sind, was für Laternen an der Straße stehen etc. An dieser Stelle bekomme ich immer zuerst eine Krise - denn man könnte VIEL malen, wenn das alles ins Buch käme - doch dann entspanne ich, denn letztendlich geht es darum, vor dem visualisierten Hintergrund, die Szene zu setzen. Danach geht es darum, einen Ausschnitt zu finden und eine coole Perspective, die nicht unbedingt das ist, was der Betrachter erwartet hatte oder jeder zeichnen würde, müsste er eine Illu machen.
Das heißt, am Ende eines solchen Projektes habe ich einen gesamten Straßenzug entworfen, inklusive Hinterhöfe, ohne, dass man ihn im Buch zu sehen bekommt. Erst dann bekommt die einzelne Szene Glaubwürdigkeit. Wenn sie in einem Zusammenhang steht. Und sei es, dass dieser Kontext nur in meinem Kopf oder Skizzenbuch existiert...
Sonnenscheinchen
Hier ein relativ kontraproduktiver Tipp, wenn nachts das Baby schreit und man schon ganz verzweifelt ist, weil NICHTS hilft: Licht an. Dann hat Mama vor Augen, um was es geht (um ein süßes, kleines, hilfloses, knuddeliges, goldiges, schnuckeliges, winziges Menschlein) Phileas freut sich jedes Mal, wenn das Licht an geht, beruhigt sich, strahlt und schäkert.Bis das Licht wieder aus geht...
Einseitige Förderung
Hier noch eine Skizze. Ich bin gespannt, ob Phileas, wenn er soweit ist, auch zeichnet. Die Mädels jedenfalls werden jedes Mal, wenn sie mich am Schreibtisch sitzen sehen "inspiriert".Skizzen
Wenn nix mehr geht, skizziere ich ab und zu um zu trainieren. Dabei habe ich kleine Modelle, die sich ultra schnell bewegen. Das macht locker beim Zeichnen, denn man kann sich nicht mit den Details aufhalten. Sprich: Ich vereinfache die Gesichter, denn letztendlich geht es mir um die Pose insgesamt.Aus lauter Verzweiflung
Gestern war so ein Tag, da ging nix. Vormittags hatte ich die zwei Kleinen. Nachmittags eigentlich Arbeitszeit.Aber dann war eine kleine Nachbarin das erste Mal zu Besuch (Im Fünfminutentakt: "Wo ist meine Mama?"). Fienchen war Prinzessin, Klein-Mia "überlegte" sich gerade, ob sie Fieber bekommt oder nicht (heulenderweise) und Phileas waren es einfach zu viele Weiber im Haus. Und mittendrin, der Ninamann.
Auch die hartgesottenste, disziplinierteste, zielgerichtetste, allesausblendenkönnende, im eigenen Zimmer arbeitende und mit Ohrstöpsel versehene Illustratorin hätte so nicht arbeiten können.
Es ging ums Überleben.
Über die Arche gestolpert
Uuups, gerade blätter ich die Vorschau von Gerth Medien und cap!music durch und da stolpere ich über ... DIE ARCHE! :-) Vor ein paar Jahren habe ich mal ein Musikprojekt für Kinder illustriert. "Die Musikarche" heißt es und ist ziemlich durchdacht und für die musikalische Früherziehung oder auch einfach nur zum Anhören geeignet. 38 Lieder für Kids ab vier Jahren. Wer "nur" die CD kauft, hat "nur" ein Coverchen von mir. Wer aber die Lehrerausgabe - also das Material als schönes Heft - kauft, der hat jede Menge nette Illus in der Hand :-) Falls es jemanden gibt, der das Projekt aus eigener Erfahrung kennt, würde ich mich über Kommentare dazu freuen.Noch eine Filmkritik
Tim Burtons "Corpse Bride" hab ich mir vor ein paar Wochen angetan. Stop-Motion-Animation nennt man das, glaub ich. Ist schon etwas älter das Filmchen, aber aufgrund der Gruselei hatte ich mich nie dran gewagt. Mag Grusel und Brutalo und Schlafzimmereinblicke (damit fallen 90 % aller Filme übrigens raus und deshalb mag ich auch so gerne "Jonny English" ;-) ) nicht. Weil aber "Charlie und die Schokoladenfabrik" mich immer mal wieder beschäftigt, wegen des wunderbaren Storyboards, der Farben und der Schauspieler, wollte ich mal sehen, was Burton noch so macht."Corpse Bride" erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der verheiratet werden soll. Bei der Hochzeitsprobe klappt das mit dem Text nicht so recht, er wird zum Üben in den Wald geschickt. Dort sagt er sein Sprüchlein, steckt den Ring an einen vermeindlichen Ast, der aus der Erde ragt und es flüstert "Ja, ich will" aus der Erde... Ähm. Zuviel erzähl ich nicht. Aber selten war eine Leiche so "sympathisch" und eine Geschichte so unvorhersehaber. So unvorhersehbar, dass ich den Grusel glatt ausgeblendet habe, weil ich wissen wollte, wie es weiter und wie es ausgeht.
Fazit: Ein Stück echtes künstlerisches Handwerk. Gruselfans werden vermutlich gähnen, für mich war es hart an der Grenze, aber... sehenswert :-) Unglaublich aber wahr.


