Nina und die Punkte – Yayoi Kusama Ausstellung in Köln

Meine Eindrücke von der Yayoi Kusama Ausstellung in Köln:

Vorgestern war ich in Köln in der KusamaAusstellung. Die Warteschlange hielt sich in verkraftbaren Grenzen weil das Museum es durch die Ticketvergabe vorab ja gesteuert hatte.

Unsere Spezies weiblicherart tritt in diesem Alter (und durchaus auch jünger) ja gerne in Paaren auf. Vor allem in Museen. Es hat mich bewegt so viele von uns zu sehen, wie wir in die Ausstellung einer FRAU gehen. Obendrein einer über Neunzigjährigen! Die noch lebt! UND trotzdem erfolgreich ist! Kusama ist einzigartig in dieser Branche. Leider.

Trotzdem waren wirklich viele Leute gleichzeitig in der Ausstellung. Allesamt mit Smartphones. Natürlich. Das machte es etwas herausfordernd, die Bilder ohne Bildschirm zu sehen. Um von JEDEM Bild ein Foto zu machen gehen Smartphonenutzer gerne nah an sie ran. Auch wenn da schon jemand steht.. Ohne Bildschirm.

Da gibts dann schon so ein paar sehr spezielle Abschnitte in Kusamas Schaffen. An den betreffenden Stellen – ich sach nur „Genähter und gefüllter Stoff“ (so die Beschreibung auf den Titelschildern) – wurden übrigens merklich weniger Fotos gemacht und man hatte freie Sicht 😉

Ausgestellt sind viele Phasen aus Kusamas Schaffen. Aber nicht alle. Die Pilze, Blumen und Gärten fehlen komplett und das war eine Enttäuschung. Berührt hat mich aber zu sehen, wie sie aus dem absoluten TraumaChaos ihrer Kindheit, Jugend und jungen Erwachsenenzeit Jahrzehnt für Jahrzehnt an Klarheit gewinnt – trotz und auch sicherlich wegen der psychischen Erkrankung und der Selbsteinweisung in eine Psychatrie vor 40 Jahren. Als ob innen drinnen sich nach und nach etwas ordnet, ohne dass sie dabei verloren geht.

Die Portraitfotos von ihr fand ich am eindrücklichsten und wenn ich ein Bild nennen müsste, dann die kleine Collage auf der sie mit einem Pferd und einem Baum zu sehen ist. Außerdem das „Rain in a City“. UND der Spiegeltreppenaufgang, der InfinityRoom und das kleine Zimmer in dem man sich nur 40 Sekunden aufhalten darf, weil man sonst umkippt vor Schwindeligkeit. Ihre Beharrlichkeit bei diesen riesigen abstrakten Bildern, das ist schon enorm.

Wegen der Blumen und Gärten und so … die sind wohl in Tokyo geblieben. Ich schau mal, ob das eine Station auf der Mittelrheinbahnstrecke ist. Das waren bis Köln einfach zu viele, als dass ich sie mir alle hätte merken können. 😉

Im Bild seht Ihr mich und meine Kollegin, Katja Hogh, im Infinity Room.

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